Marmor ist ein Material, das vom ersten Tag bis viele Jahre später das Gedächtnis des Raumes trägt. Dass dieses Gedächtnis schön bleibt, ist meist mit einer einfacheren Pflegedisziplin möglich, als Kunden vermuten. Ein wichtiger Teil der Probleme, denen wir auf der Beschaffungsseite am häufigsten begegnen, resultiert nicht aus der Qualität des Steins, sondern aus einer in den ersten Wochen nicht aufgebauten Pflegeroutine. In diesem Beitrag werden wir versuchen, ausgehend von der Natur des Steins einen praktischen Rahmen für tägliche Reinigung, Imprägnierschutz, Fleckenarten und langfristige Polierpflege zu bieten.
Zunächst muss man die Natur des Steins in Erinnerung rufen. Die grundlegende Mineralstruktur des Marmors ist Kalziumkarbonat. Dies ist eine Verbindung, die chemisch mit sauren Flüssigkeiten reagiert. Zitronensaft, Essig, Weißwein, Cola, einige Fruchtsäfte und aggressive Badreiniger können auf der Oberfläche Mattierung oder leichte Ätzungen hinterlassen. Diese Ätzung wird in der Regel als Etching bezeichnet und ist kein klassischer Fleck; es ist der mikroskopisch reagierte Zustand der Steinoberfläche. Dies zu wissen, erklärt, warum die Pflegeroutine mit so klaren Regeln beginnt. Das heißt, Marmor ist nicht schmutzig, sondern empfindlich.
Für die tägliche Reinigung kann die Regel einfach gehalten werden. Eine für Naturstein hergestellte, pH-neutrale Seife oder ein Reiniger, warmes Wasser, ein weiches Mikrofasertuch. Saure Kalklöser, Essigmischungen, aggressive Fettlöser und scheuernde Schwämme sollten an Küchen- und Badezimmerarbeitsplatten nicht verwendet werden. Wenn eine Flüssigkeit verschüttet wird, besonders wenn es um Kaffee, Tee, Wein, Öl und Fruchtsaft geht, ist das Aufsaugen mit einem absorbierenden Tuch durch Drücken statt Wischen die erste Intervention. Beim Reiben breitet sich der Fleck auf der Oberfläche aus und setzt sich tiefer in die Poren. Durch Drücken zu entfernen und anschließend mit warmem Wasser und geeigneter Seife zu reinigen, ist die richtige Reihenfolge.
Auf der Seite des Schutzes ist die Imprägnierungs- bzw. Impregnator-Anwendung der entscheidende Schritt für die langfristige Leistung des Marmors. Die Imprägnierung baut eine Barriere auf, die die Poren des Marmors verschließt, aber an der Oberfläche keinen Film hinterlässt. Auf diese Weise bleiben Flüssigkeiten an der Oberfläche, ohne in den Stein einzudringen, und die Reinigungschance steigt. Die allgemeine Empfehlung lautet, an stark genutzten Innenraumböden und Arbeitsplatten etwa alle fünf bis sieben Jahre eine Imprägnierungserneuerung durchzuführen. In gering frequentierten Bereichen kann diese Zeit länger sein, an Oberflächen mit ständigem Wasser- und Flüssigkeitskontakt kürzer. Wir koordinieren die Anwendung gemeinsam mit unseren Partnerwerkstätten und empfehlen dem Kunden passende Abstände.




