Der Natursteinsektor wird von außen für einen der am wenigsten veränderungsbereiten Bereiche gehalten. Um ein vor hunderten Millionen Jahren entstandenes Material liegt ein seit Jahrhunderten weitergegebenes Handwissen. Im letzten Jahrzehnt hat sich der Rhythmus des Sektors jedoch deutlich verändert. 3D-Scangeräte sind in die Steinbrüche eingezogen, Blockverfolgungssysteme haben die Versandkette transparent gemacht, digitale Kataloge haben die Chargenauswahl des Kunden beschleunigt, AR- und VR-Technologien haben die architektonische Projektvisualisierung verwandelt. Als Alpay Doğaltaş möchten wir teilen, wie sich unsere drei Generationen umfassende Beschaffungstradition in diese neue technologische Architektur integriert hat und an welchen Punkten die traditionelle Expertise unersetzlich bleibt.
Das 3D-Scanning repräsentiert die deutlichste Transformation des Auswahlprozesses im Steinbruch. Moderne Fotogrammetrie- und Lasertaster-Geräte digitalisieren die Oberfläche eines Marmorblocks mit millimetrischer Genauigkeit. Die Aderstruktur des Blocks, die Risse an den Seitenflächen und der Charakter der oberen Schicht können nach dem Scan im Computer dreidimensional untersucht werden. So kann ein entferntes architektonisches Projektbüro einen Block detailliert sehen, ohne in den Steinbruch zu kommen, und die Aderverteilung der Charge analysieren. Die graue Aderrichtung des Klassischen Marmara, das Verhältnis der sauberen Fläche des Reinen Weiß, der Kontrastrhythmus des Panda werden im digitalen Raum vorhersehbar. Hier liegt jedoch eine wichtige Feinheit. Der Scan zeigt die physische Realität des Blocks, sagt aber nicht, wie der Stein mit dem Licht sprechen wird, wie er sich bei Berührung anfühlt, was er bei Jahreszeitenwechsel macht. Dieses Wissen ist nach wie vor ein vor Ort gelesenes und in das drei Generationen umfassende Auge geflüchtetes Wissen.
Blockverfolgungssysteme sind die zweite wichtige Technologie, die Exportprozesse transparent macht. Eine jedem Block zugewiesene eindeutige Identifikationsnummer zeichnet über ein RFID-Etikett oder einen QR-Code jede Phase vom Moment des Ausgangs aus dem Steinbruch bis zum Moment der Ankunft auf der Baustelle auf. Aus welchem Steinbruch, an welchem Datum, aus welcher Koordinate der Block kam, in welche Verarbeitungsanlage er ging, in welchen Container er verladen wurde, mit welchem Schiff er aufbrach, an welchem Tag er im Bestimmungshafen entladen wurde, all diese Informationen bilden eine digitale Kette. Diese Kette bietet dem Kunden einen dokumentarischen Beweis über die Herkunft der Charge. Die in den letzten Jahren auf dem europäischen Markt besonders hervorgetretenen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Herkunftsbestätigung haben Blockverfolgungssysteme nicht zum Luxus, sondern zum Standard gemacht. Projektbüros in Rumänien und Bulgarien suchen nach der digitalen Bestätigung der Herkunft der Charge aus der Marmara-Insel.




