Der Natursteinsektor wird traditionell als energie- und rohstoffintensive Industrie bewertet. In den letzten zehn Jahren haben jedoch sowohl globale Nachhaltigkeitsdrücke als auch die Transformationsdynamiken innerhalb der Branche die Notwendigkeit aufgezeigt, den ökologischen Fußabdruck der Schotter-Lieferkette neu zu gestalten. Als Alpay Doğaltaş beobachten wir bei der Beschaffung aus verschiedenen Kalzit- und Dolomitlagerstätten der Türkei, dass die Angleichung des Sektors an die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich ein gewinnbringender Weg ist. Die nachhaltige Schotterbeschaffung ist keine reine Marketingformel, sondern eine technische und ethische Transformation, die das langfristige Bestehen des Sektors sichert.
Die Reste, die im Marmor-Schneideprozess entstehen, bilden eine der wichtigsten Abfallwertchancen des Natursteinsektors. Bei der Umwandlung von Marmorblöcken in Platten, Fliesen oder Sondermaßprodukte entstehen in den Schneide-, Brech- und Formgebungsphasen in bestimmten Anteilen Bruchstücke und Späne. Während diese Reste früher als wertloser Abfall bewertet wurden, werden sie heute durch technische Verarbeitung in unterschiedliche Klassen von Kalzit-Schotter umgewandelt. Die in unserer Lieferkette eingebundenen Partnerverarbeitungsanlagen klassifizieren diese Reste nach bestimmten Korngrößenkurven und wandeln sie in für Landschaftsbau-, Beton- und Füllanwendungen geeignete Produkte um. So gelangt ein höherer Anteil jedes aus der natürlichen Quelle gewonnenen Steins zu einem wirtschaftlichen Wert.
Die ökologische Wirkung der Abfallwertumwandlung ist mehrschichtig. In der ersten Schicht verringert die Nutzung eines höheren Anteils des aus der Lagerstätte gewonnenen Rohsteins den zusätzlichen Rohstoffabbaubedarf. In der zweiten Schicht senkt die Verwertung statt der Weiterleitung der Verarbeitungsanlagenabfälle in die Umwelt oder Deponiebereiche die Abfallmanagementkosten und reduziert die visuelle Umweltbelastung. In der dritten Schicht reduziert die zirkuläre Nutzung den CO2-Fußabdruck pro Rohstoffeinheit. Denn die geteilten Kosten des aus Resten gewonnenen Schotters in der energieintensiven Abbauphase erzeugen im Vergleich zur Erstproduktion eine geringere ökologische Wirkung.
Die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft beschränken sich im Schottersektor nicht nur auf die Abfallumwandlung. Die Effizienzsteigerung in jeder Phase der Lieferkette kann mit einer zirkulären Sichtweise neu gestaltet werden. Die Optimierung der Container- und Big-Bag-Nutzung in der Logistikphase, die Bevorzugung recycelbarer Verpackungsmaterialien und die Planung der Versandrouten unter Berücksichtigung der Kraftstoffeffizienz sind konkrete Schritte des zirkulären Ansatzes. Die seewegliche Nähe der Region Saraylar auf der Marmara-Insel zu Istanbul und den europäischen Märkten bietet sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch einen natürlichen Vorteil für eine kohlenstoffarme Logistik. Im Vergleich zum Landtransport erzeugt der Seetransport pro Tonnenkilometer erheblich niedrigere Emissionswerte.




